Klettersteige

In einigen Gebieten der Alpen herrscht ein massiver Trend zur Neuanlage und erhöhten Nutzung von Klettersteigen – mit Drahtseilen, Leitern, Trittbügeln und Brücken durchgehend gesicherte Bergwege in Felswänden, welche ohne grosse alpinistische Vorkenntnisse begangen werden können.

Dies kann zu einer erhöhten Belastung der Felsflora führen und Wildtiere in ihren Rückzugsräumen stören. Die Anlage von Klettersteigen führt immer wieder zu Nutzungskonflikten mit Kletterern, derer bestehende Routen durch neue Klettersteige beeinträchtigt werden.

Qualitativer Ausbau statt immer mehr Steige

Seit Ende der 1990er Jahre hat sich die Anzahl der Klettersteige in der Schweiz von einem Dutzend auf über 40 Eisenwege vervielfacht. Mountain Wilderness setzt sich für ein Moratorium ein: Eine Verschnaufpause soll genutzt werden, um mit allen Akteuren zu einer Gesamtstrategie zu gelangen, mit dem Ziel eines qualitativen Ausbaus hinsichtlich Naturverträglichkeit, Sicherheit und Attraktivität auf Basis der heutigen Anzahl Klettersteige.

Grenzen der Erschliessung

MW engagiert sich seit 1999 für eine kontrollierte Entwicklung von Klettersteigen. Die Dokumentation "Grenzen der Erschliessung" fasst die Situation zusammen. Seitdem begleitet MW die Entwicklung im Alpenraum und nimmt aktiv Stellung zu einzelnen Projekten.  

Klettersteig Charta von Engelberg

An der nationalen Plattform zum Thema Klettersteige im Sommer 2005 legte der SAC eine Charta vor. MW war eingeladen mitzudiskutieren und die starke Stimme für einen kontrollierten Ausbau der Klettersteige in der Schweiz: MW unterstützt die Forderungen der Charta, setzt sich aber deutlich für eine geringere Gesamtzahl der Klettersteige ein als in der Charta genannt.