Es ist kein Geheimnis: Erreichbarkeit ist ein Schlüsselwort für die Touristiker, wenn es um Erschliessung neuer Märkte, neuer Orte und Landschaften geht. Die Schweizer Alpen liegen mitten in Europa. Der Agglomerations- und Städtegürtel des Mittellandes, der Poebene und die europäischen Grosstädte liegen nur wenige Stunden von den höchsten Berggipfeln weg. Und die Menschen dieser verdichteten Bauweisen sollen und wollen nur eins: Freiheit und Wind in den Haaren in echter authentische Bergnatur. Garniert mit einem Höchstmass an Kitzel, Bequemlichkeit und einem geringsten Einsatz eigener Verantwortung. Es ist ein altes Lied, die Klage über die Erschliessung der Alpen. Ebenso alt ist das Lied der Nachhaltigen Nutzung, von Wildnis-, Natur und Landschaftsschutz. Der Druck auf die allerletzten Refugien wilden, naturnaher Landschaften auf die wenigen wildlebenden Tiere hat in den letzten Jahren unter dem Deckmäntelchen des Naturtourismus stark zugenommen. Blauweissblau markierte Alpinrouten führen bald auf jeden Gipfel. Wo eine Schlucht ist, wird eine Brücke hineingehängt, zum Gaudi der Wanderer und zum Profit der Bahnbetreiber und Hüttenwirte. Keine Seilbahn, unter der nicht ein Klettersteig hinaufführt oder einer geplant ist. Und kein Hüttenweg, der nicht nach DIN Norm versichert und gesichert wird. Auf dass die Tagesgäste kommen und zahlen.
In der Folge eine Auswahl von Projekten in den Alpen, wo Mountain Wilderness sich für engagiert. Denn nicht überall sollen Erschliessungen stattfinden und wo es Entwicklungspläne gibt, da soll der noch wilden, unerschlossenen Natur und Landschaft ihre wichtige Bedeutung zukommen.