Stillgelegt Seilbahnen: mehr als ein Trend

Die Boomjahre des infrastrukturintensiven Wintertourismus sind vorbei. Vorbei die schneereichen Winter und das grosse Geld.

Fact ist:

  • Jede dritte Seilbahn kämpft mit fehlender Ertragskraft und ist auf längere Frist nicht überlebensfähig.
  • Die Zahl der Wintersportler stagniert seit Jahren.
  • Durch die Klimaerwärmung fehlt auf Pisten unter 1500 M.ü.M. der Schnee. Der Schnee schmilzt einigen Betrieben buchstäblich unter den Masten weg. 
  • Für 30 bis 40 Prozent der Schweizer Skiorte bedeutet der Schneemangel eine Abkehr vom Wintersport.

Noch gilt allzu oft die Flucht nach oben. Die höher gelegenen Gebiete, darunter auch Gletschergebiete wie etwa auf der Laucherenalp (VS) werden mit Liften und Bahnen erschlossen. Die alten, unrentablen Anlagen gehen dabei stillschweigend vergessen. Zur Zeit gibt es in den Schweizer Alpen davon mehr als 60!

Neues Seilbahngesetz

Das neue Seilbahngesetz schreibt den Rückbau von stillgelegten Anlagen vor. Mountain Wilderness machte sich zusätzlich für eine Rückbau-Versicherungspflicht im neuen Seilbahngesetz stark. Diese wurde jedoch - u.a. auf Betreiben von Seilbahnen Schweiz - aus der Gestzesvorlage gekippt. In der Sommersession 2006 wurde das Gesetz so adoptiert. Für Mountain Wilderness eine verpasste Chance, sich für einen touristisch nachhaltigen Tourismus einzusetzen.